«inside» Nr. 2 / Dezember 2022

Siedlungen / Sanierung

Herausfordernde Sanierung erfolgreich bewältigt

Die fünfte und letzte Sanierungsetappe der Schulstrasse 96 wird dieser Tage abgeschlossen. Für den Bauverlauf kann eine positive Bilanz gezogen werden. Die Sanierung des Hochhauses mit Baujahr 1971 vollzog sich unfallfrei, im Budgetrahmen und ohne nennenswerte Probleme. Rundum gefällt und erfreut das Ergebnis.

Das unter kantonalem Denkmalschutz stehende Hochhaus erfuhr seit Anfang Jahr eine Rundumsanierung: Fenster wurden ersetzt, die Fassade samt Balkonen sowie das Dach wurden instand gesetzt. Küche, Bad, Heizung, Lüftung, Haustechnik und die elektrischen Installationen wurden erneuert und auch die allgemeinen Räume wie Treppenhaus, Waschküche, Veloraum, Garage etc. wurden überholt und aufgefrischt. Ebenfalls erfolgte eine Nachrüstung auf heute geltende Baustandards wie z. B. die Erdbebenertüchtigung, die Anpassung der Geländerhöhen und feuerpolizeiliche Vorschriften. Als letzter Part der grosszyklischen Sanierung ist die Instandsetzung der Umgebung bis im Frühling 2023 vorgesehen.

Urban Helbling hat seine Aufgaben souverän gemeistert, wofür wir ihm herzlich danken.

Mit Ausnahme der 1,5-Zimmer-Wohnungen vollzog sich die Sanierung in bewohntem Zustand. Die verbleibenden Bewohner bewältigten einschneidende Massnahmen in ihrem Wohnalltag sowie Lärm und Staub. Die GBRZ bot den Bewohnern eine Ausweichlösung mit Wohncontainern an. Ihnen wurden bei Projektstart individuelle Booklets mit Details abgegeben. Damit konnten sie sich frühzeitig mit den anstehenden Arbeitsphasen auseinandersetzen und ihren Alltag einfacher planen und gestalten.
Urban Helbling, Projekt- und Bauleiter seitens des beauftragten Generalplaners Helbling Ierimonti Architekten GmbH orchestrierte und koordinierte erfolgreich sämtliche Sanierungsarbeiten und die verständlicherweise umfangreiche Kommunikation mit den Bewohnenden. Eine effektive Planung von Mitarbeitenden und Material und eine zielführende, proaktive Kommunikation mit allen Beteiligten sind in der Baubranche, wo die Abhängigkeiten von vorarbeitenden Gewerken enorm gross sind und punktuelle Verzögerungen rasch viele weitere nach sich ziehen können, sehr wichtig. Gerade heute, wo die Baubranche infolge Materialknappheit, Rohstoff- und Lieferengpässen kräftig durchgeschüttelt wird, sind die Herausforderungen zusätzlich stark angewachsen und anspruchsvoller.

Denkmalpflege im Klimawandel
Die Bewohnenden sind glücklich über das Ergebnis der Sanierung – die neuen Küchen und Bäder finden rundum Gefallen. Bei der Sanierung haben wir den Spielraum vom Denkmalschutz so weit wie möglich ausgeschöpft. Weil die Wohnungen einen recht individuellen Charakter hatten, war uns die Freiheit der Eingriffstiefe dort am ehesten gegeben. Durch die Auflösung der kleinen Abstellräume konnten wir die Badezimmer etwas grösser gestalten. Darin gibt es neuerdings einen Anschluss für Waschmaschine und Tumbler – viele Bewohnende machen davon bereits Gebrauch. Anstelle von Rollläden wurden moderne Lamellen, mit denen sich der Lichteinfall besser regulieren lässt, montiert. Die schmalen Badezimmertüren wurden von bisher 60 auf heute übliche 80 cm erweitert. Die Heizkörper sind gleich geblieben, doch wurde von einem Einrohr- auf ein Zweirohrsystem umgestellt, was energetisch effizienter und weniger störanfällig ist und dem heutigen Stand der Technik entspricht. Die doppelverglasten Fenster wurden durch 3-fach-Verglasungen ersetzt – sie bieten eine bessere Wärmedämmung und sparen Energie und Heizkosten. Weil der Denkmalschutz die Veränderung des äusseren Erscheinungsbilds des Hauses praktisch nicht erlaubt, ist die Sanierung von aussen kaum sichtbar. Stossend für uns war, dass die Zwänge des Denkmalschutzes keine energetische Dämmung der Fassade unseres Hochhauses zuliessen – Optik und Vergangenes wurden höher gewichtet als der Imperativ zur Vernunft sowie zum Sparen von Energie und Kosten.

Nur dank bravouröser Zusammenarbeit, grossem Einsatz und gegenseitigem Verständnis aller Beteiligten konnte die aufwendige Sanierung in zumeist bewohntem Zustand realisiert werden. Dafür gilt unser grosser Dank allen Bewohnenden, Handwerkern, Lieferanten, Planern und Dienstleistern. Ein herzliches Dankeschön auch allen unseren Mitarbeitenden für ihren grossen Einsatz und ihr Engagement.

Der Blick vom Dach der Schulstrasse 96 macht die besondere Standortqualität deutlich: Urbanes und ländliche Idylle sind in unmittelbarer Nähe.

Just am Tag unseres Besuchs in Schlieren wurden wir Zeugen, wie der Baukran demontiert wurde. Nachdem wir ungefähr 15 Minuten zugeschaut hatten, begaben wir uns zu unserem nächsten Termin. Eine Stunde später sahen wir auf dem Nachhauseweg, wie die Bauarbeiter den bereits demontierten Kran auf den Lastwagen hievten. Es hiess, der Kran werde noch am selben Nachmittag in Zürich-Affoltern aufgebaut und müsse um Mitternacht wieder einsatzbereit sein. Ein anschauliches Beispiel für die im Bausektor allgegenwärtige Just-in-time-Planung.

Am Tag unseres Besuchs in Schlieren wurden wir Zeugen, wie der Baukran demontiert wurde.