«inside» Nr. 2 / Dezember 2022

Siedlungen / Rundgang

Spannender Rundgang im Hagenholz

An einem Juninachmittag ergriffen 18 GBRZ-Mitarbeitende und Vorstandsmitglieder die Gelegenheit, an einer Führung durch das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz Zürich teilzunehmen.

Bereits die Anreise stimmte auf das Thema ein. Alle wurden aufgefordert, zum Rundgang in nachhaltiger Art und Weise anzureisen. So kamen die einen per ÖV, während andere zu Fuss, mit dem Velo oder einem Elektromoped eintrafen.

Hagenholz ist eine der modernsten und energieeffizientesten Anlagen zur thermischen Abfallverwertung in Europa. Beim zweistündigen kurzweiligen Rundgang erfuhren die Teilnehmenden, wie das Kehrichtheizkraftwerk nachhaltig brennbaren Abfall aus der Stadt Zürich in CO2-neutrale Heizwärme im Fernwärmenetz verteilt und über eine Turbine in Strom umwandelt. Eine spannende Geschichte, produziert das Kraftwerk doch so viel Strom, wie 46‘000 Stadtzürcher Haushalte verbrauchen, sowie Fernwärme für 80‘000 Wohnungen. Seine CO2-Emissionen gelten als klimaneutral, weil das ohnehin gegebene Abfallprodukt wiederverwertet wird für Strom und Wärme.

Das bei der Verbrennung von Kehricht entstehende Rauchgas wird in einem aufwendigen Verfahren gereinigt, um Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickstoffoxid oder Schwefeldioxid zurückzuhalten. Im Reinigungsprozess durchläuft das Rauchgas eine mehrstufige Nasswäsche. Die Röntgenhof-Crew blickte hinter die Kulissen kolossaler Installationen und wurde Zeuge, wie Abfall mit Feuerkraft in saubere Energie verwandelt wird.

Geschäftsführer Reggio blickt beeindruckt auf das Flammeninferno hinter Panzerglas.

Die Klauen riesiger Kräne, die hinter dicken Glasscheiben auf einer Seite Abfall anpacken und abwerfen, waren äusserst eindrücklich. Ebenso das Flammeninferno in einem 1‘000 Grad heissen Ofen. Fasziniert waren die Teilnehmenden auch von einem im Boden eingelassenen Glaskasten zu Anschauungszwecken. Dort glänzten Metall- und Glasstücke aus einer Restschlacke nach dem Verbrennungsprozess. Von 100 kg thermisch verwertbarem Abfall verbleiben 23 Prozent in Form von Schlacke. Eine moderne Abwasserbehandlungsanlage mit Flugaschenwäsche erlaubt, wertvolle Metalle und Glas dem Recycling zuzuführen. Eine Anlage in Hinwil ermöglicht die Metall- und Glasrückgewinnung aus der angelieferten Kehrichtschlacke. So gelangt wertvolles Kupfer nicht mehr als belastendes Schwermetall auf eine Deponie, sondern kann dank der Hinwiler Thermo-Recyclinganlage als Halbedelmetall in die industrielle Produktion zugeführt werden.

Bei einem anschliessenden gemütlichen Abendessen in Oerlikon ergaben sich gute Gespräche und fröhliches Geplauder. Ein köstlicher Kaiserschmarrn krönte einen rundum gelungenen und unterhaltsamen Ausflug.