«inside» Nr. 2 / Dezember 2021

Siedlungen / Interview

Was sagen die Bewohner zur Sanierung?

Alex Zwahlen

Wie gefällt Ihnen Ihre Wohnung?

Sie ist schön geworden. Eine neue Küche und ein neues Bad/WC vermitteln eine deutliche Aufwertung des eigenen Zuhauses – man lernt es mehr zu schätzen. Was mir super gefällt, ist der geschmackvolle rosa Klinkerboden in Bad/WC und Küche. Neu habe ich einen Geschirrspüler, was mich sehr freut. Was ich bedauere ist, dass ich anstelle einer Badewanne neu nur eine Dusche habe. Mein Arbeitsort ist im Winter eher kalt. Deshalb hatte ich gerade im Winter abends gerne ein Vollbad genommen. Ich verstehe und respektiere aber das Argument der GBRZ, dass in Kleinwohnungen Duschen realisiert werden, um Schwellen für ältere Bewohner zu minimieren.

Wie war die Zeit im Wohncontainer?

Ich verbrachte im Schnitt fünf von sieben Nächten pro Woche dort. Es war für mich eine sehr interessante, lehrreiche Erfahrung, wie man auf kleinem Raum alles Nötige haben kann und damit klarkommt. Ich stellte einen Tisch und ein Bett rein. Vom Tisch aus konnte ich gleich auf den Kühlschrank zugreifen. Schmunzelnd muss ich gestehen, dass ich eine Vorstellung davon gewann, wie ein Leben in einer Zelle so wäre. Zwei Nächte in der Woche bei Freunden auf dem Land zu verbringen, war für mich ideal. So hatte ich eine Ausweichmöglichkeit, wenn der Baulärm belastend wurde.

Tipps für andere, die eine Grosssanierung in bewohntem Zustand vor sich haben?

Frühzeitig planen und nicht alles auf den letzten Moment verschieben, ist mein grösster Tipp. Ich habe den Aufwand unterschätzt. Die Frage «Was habe ich wo versorgt?» trieb mich immer wieder um. Deshalb sind eine gute Organisation und Vorbereitung enorm wichtig. Super hilfreich ist es, vorzeitig Freunde zu fragen, ob man ab und an bei ihnen übernachten darf. Etwas Distanz haben zu können, ist Gold wert!

Alex Zwahlen

Anne-Catherine Falentin

Wie gefällt Ihnen Ihre Wohnung?

Das WC mit dem Hängeschrank und das Badezimmer mit der Dusche gefallen mir wahnsinnig gut. Alles weiss und hell mit schöner Keramik. Ausserdem sieht man den Schmutz nicht gut im Waschbecken. Cool! In der Küche gefallen mir vor allem der Geschirrspüler, das grosse Spülbecken und die ausziehbaren Schubladen. Ich bin auch extrem froh, dass wir noch Knöpfe am Herd haben und nicht die Touchscreen-Variante erhalten haben. Dafür ist der rosa Steinboden nicht so mein Geschmack. Die Fassade des Hauses finde ich sehr schön mit der Kombination der zwei Farben. Das absolute Highlight ist der neue grosse Balkon. Besser geht’s nicht und meine Begeisterung kennt keine Grenzen. Grandios wirklich! Vielen lieben Dank dafür!

Wie war die Zeit im Wohncontainer?

Da ich ein Camper- und Motorhome-Fan bin, freute ich mich regelrecht auf den Wohncontainer. Er war praktisch neu, sauber, mit Kochnische und einem geräumigen Bad mit Dusche. Alles funktionierte tipptopp und wir hatten sogar WLAN. Der Container lässt sich auch sehr gut heizen.

Tipps für andere, die eine Grosssanierung in bewohntem Zustand vor sich haben?

Richten Sie den Wohncontainer gemütlich ein. Nehmen Sie nicht zu viele Sachen rein, sonst ist er schnell überstellt. Stellen Sie eine Lampe hin mit warmem Licht und eventuell auch eine Lichterkette. Sie können auch ein Poster oder Postkarten aufhängen, damit der Raum persönlicher wird. Schauen Sie, dass Sie Ordnung halten, das zahlt sich aus. Ich hatte den Wohncontainer für mich alleine. Falls Sie zu zweit oder mehrere Personen sind, erkundigen Sie sich, ob jemand seinen Container nicht braucht. Vielleicht kann Ihnen die Bauleitung einen zweiten zur Verfügung stellen? Eine Grosssanierung ist eine grosse und umfangreiche Angelegenheit. Damit wir nicht allzu lange auf unsere Wohnung verzichten mussten, wurde ein strenger Zeitplan eingehalten. Dadurch ergaben sich hin und wieder Mängel oder Sachen mussten ausgebessert werden. Dafür muss man Geduld und vor allem auch Verständnis haben, auch wenn es nicht immer einfach ist. Gut Ding will Weile haben und am Schluss zählt das Resultat – und das lässt sich sehen! An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an die Genossenschaft und an alle, die an dieser Grosssanierung mitgearbeitet haben. Ich bin sehr glücklich, hier wohnen zu dürfen, und das schon seit 25 Jahren.

Anne-Catherine Falentin

Theo Krebs

Wie gefällt Ihnen Ihre Wohnung?

Picobello! Ich bin ein Sonnenanbeter. Der neue Balkon mit der Flügeltüre ist pure Freude – jetzt habe ich die Morgensonne in der Wohnung. Überhaupt ist meine Wohnung viel heller geworden. Der bisherige Balkon auf der gegenüberliegenden Seite bietet mir Abendsonne – was will ich mehr? Die neue Küche ist sehr schön geworden. Einzig die kleinen Mosaikplättli haben mehr Fugen und sind deshalb schwieriger zu putzen. Der Bodenbelag mit den rosaroten Kacheln ist wunderbar. Die Dusche gefällt mir auch sehr gut, viel besser als mit Duschvorhang. Ich bin auch von der neuen Waschküche begeistert.

Wie war die Zeit im Wohncontainer?

Sie war als Übergangszeit perfekt. Ich habe 50 Jahre Camping-Erfahrung. Deshalb war der Wohncontainer für mich gar kein Problem. Ich hatte das Bett und die Matratze von zu Hause mitgenommen. Super war, dass mein Container im oberen Stock war – so konnte ich bei schönem Wetter sogar draussen sünnele. Der Container ist klein bemessen, aber er hat eine Küchenzeile, eine Dusche und ein WC. Licht ist vorhanden und die Fenster kann man öffnen. Also, alles picobello!

Tipps für andere, die eine Grosssanierung in bewohntem Zustand vor sich haben?

Den Wohncontainer muss man selbst einrichten. Ich empfehle, keine sperrigen Materialien mitzunehmen. Ich habe zum Beispiel einen zusammenklappbaren Campingtisch und -stuhl mitgenommen. Das war ideal. Sicher, die Sanierung war schon auch anstrengend, aber ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich bleiben durfte und nicht ausziehen musste. Ich wohne seit 1962 hier und bin sehr glücklich bei der Röntgenhof. Früher war ich 30 Jahre als Hauswart im Nebenamt für unsere Genossenschaft tätig. Meine Nachbarn mit zwei kleinen Kindern durften während der Sanierung sogar temporär in eine andere Röntgenhof-Wohnung ziehen und wieder zurückkommen – schon eine tolle Genossenschaft, unsere Röntgenhof!

Theo Krebs