«inside» Nr. 2 / Dezember 2023

Siedlungen / Siedlungen 24 und Buchegg

Beginn eines neuen Kapitels für die Siedlungen 24 und Buchegg

Gemeinsam hatten die Baugenossenschaften Letten (BGL) und Röntgenhof (GBRZ) die Bewohnenden der Siedlungen 24 und Buchegg zu einer Austauschveranstaltung ins Hotel Krone Unterstrass eingeladen.

Der Anlass vom 28. September 2023 war sehr gut besucht, der Saal des Hotels Krone mit über 100 Teilnehmenden voll. Das Interesse der Bewohnerschaft war gross. Seitens des Vorstands begrüssten Christoph Trautweiler, Präsident der GBRZ, und Lukas Oesch, Ressortleiter Bau der BGL, die Anwesenden und stellten sich und ihre Genossenschaft kurz vor.

Die beiden im Zweiten Weltkrieg entstandenen Siedlungen sollen erneuert werden. Die Vorstandsmitglieder der beiden Genossenschaften sehen im Zusammenspannen für die Erneuerung der beiden Siedlungen 24 (GBRZ) und Buchegg (BGL) eine grosse Chance. Die zukünftige Entwicklung des Areals soll nicht in Parzellengrössen gedacht werden, um so eine bestmögliche Lösung zu erwirken. BGL und GBRZ forcieren gemeinsam einen Projektwettbewerb. Warum? Einerseits optimiert ein Architekturwettbewerb durch grössere Lösungsvielfalt und verschiedene Sichtweisen von Wettbewerbsteilnehmenden, beurteilenden Fachjury-Mitgliedern und beratenden internen und externen Experten ein Bauprojekt enorm. Andererseits ermöglicht ein grösseres Areal mehr nutzbare Fläche und mehr Gestaltungsspielraum. BGL und GBRZ haben die Firma Planpartner AG damit beauftragt, sie in der Organisation und der fachlichen Begleitung des gesamten Planverfahrens zu unterstützen. Projektverantwortlicher seitens Planpartner AG ist Verwaltungsratsmitglied Stephan Schubert, eine renommierte und hochgeschätzte Persönlichkeit in Fragen von Raum- und Siedlungsplanung. Stephan Schubert erläutert im Anschluss die Ausgangslage.

Die nächsten Schritte zum Sprung in die Zukunft
Die beiden Genossenschaften erarbeiten derzeit zusammen das Pflichtenheft, d. h. eine detaillierte Formulierung von Erwartungen und Aufträgen an die Wettbewerbsteilnehmenden. Das Pflichtenheft generiert initial einen grossen Aufwand für die Verantwortlichen, weil diese gemeinsam schon früh konkrete und klare Vorgaben erarbeiten müssen. Die Anwesenden werden gebeten, im Anschluss an den moderierten Teil auf den in den Sälen aufgestellten Plakatwänden ihre Wünsche zum bevorstehenden Ersatzneubau und ihre Befindlichkeiten zu äussern.

Dieses Feedback wird in die Überlegungen der Vorstände und Sachexperten einfließen und ihre Erarbeitung des Pflichtenhefts unterstützen. Schubert nennt als Hauptziel der Genossenschaften die Realisierung von preiswerten und vielfältig nutzbaren Wohnungen mit einem attraktiven, gemeinschaftsfördernden Umfeld.

Das Ersatzneubauvorhaben soll eine gut durchdachte Lösung für die lärmexponierte Straßenlage beinhalten. Es soll eine nachhaltige energetische Versorgung und deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum mit einem zeitgemäßen Ausbau schaffen.

Zeitplan
Das Pflichtenheft soll schon bald vorliegen. Bis Ende 2023 soll bereits die Auftragsvergabe zur Wettbewerbsteilnahme an fünf bis sieben Teams erfolgt sein. Diese haben bis zum nächsten Sommer Zeit, ihren Wettbewerbsbeitrag zu erarbeiten. Bis Ende August 2024 soll das Siegerprojekt bestimmt sein. Ziel ist, dieses mit zunehmendem Detaillierungsgrad zu einem Vorprojekt zu vertiefen, um für das Bauvorhaben an der GV in 2025 einen Baukredit beantragen zu können. Läuft alles nach Fahrplan, sieht die GBRZ einen Baubeginn für 2027 und einen Bezug der Wohnungen für Sommer 2029 vor, während die BGL einen um ein Jahr späteren Wohnungsbezug anpeilt.

Leistungsausweis schafft Vertrauen
Ein erfolgreicher Zuwachs verlangt fachliches Wissen, Können, Weitsicht und ein umsichtiges Planen und Bauen, damit die Anforderungen an Qualität, Dichte, Nähe, Preis und Freiraum erfüllt werden. Die Akzeptanz für das Ersatzneubauvorhaben ist unter den Bewohnenden der GBRZ erfreulich. Die GBRZ hat wiederholt erfolgreich bewiesen, dass sie weiß, wie das geht, verantwortungsbewusst und sozialverträglich zu wachsen und Wohnbestand kostenbewusst zu erneuern. Nachhaltiges Wirtschaften und Bauen sind Kernkompetenzen der GBRZ. Ein Rückblick auf die baulichen Eingriffe der letzten Dekade zeigt dies deutlich: Mit der Realisierung der großzyklischen Sanierung der Siedlung 9 im Weisshau und des letzten Ersatzneubaus der Siedlung 10 Freihof konnte mit aktiver Unterstützung durch die Verwaltung für alle Bewohnenden rechtzeitig eine Wohnlösung gefunden werden – niemand wurde allein gelassen oder auf die Straße gesetzt. Die GBRZ hat mit rund 1900 Wohnungen eine erfreuliche Portfoliogröße, die ihren Mitgliedern einen genossenschaftsinternen Umzug ermöglicht.

In der Siedlung 10 Freihof wurde ein Ersatzneubau realisiert, der statt der ursprünglichen 115 Wohnungen 59 zusätzliche bietet – und dies zu tiefen Mieten, die auch innerhalb der Zürcher Genossenschaften ihresgleichen suchen. Neben der gelungenen, maßvollen Verdichtung wurde auch die Zielerreichung im Sinne der 2000-Watt-Gesellschaft eine wertvolle Errungenschaft. Der Neubau bot bei seinem Bezug mehreren Siedlungsrückkehrenden ein neues Zuhause. Zusätzlich zogen 35 GBRZ-Genossenschafter intern in den Neubau um. Ebenso erfreulich gestaltete sich die großzyklische Sanierung der Siedlung 9 Weisshau.

Gut besuchter Anlass mit angeregtem Austausch

Schauplatz für gemeinsame Geschichte
Engagiert folgten die Anwesenden der Bitte seitens Christoph Trautweiler und Lukas Oesch und setzten sich mit den Plakaten auseinander und tauschten sich untereinander und mit den anwesenden Vertretern der Baugenossenschaften aus. Sie gaben ihren Input und genossen gemeinsam Geselligkeit und einen Apéro. Das Bauvorhaben der Siedlungen 24 und Buchegg wird – gemeinsam vollbracht – zu etwas Besonderem werden. In diese Zuversicht mischt sich auch Vorfreude!

Das Hotel Krone war schon einmal Schauplatz für eine gemeinsame Veranstaltung der beiden Genossenschaften. Das Datum liegt allerdings so weit zurück, dass praktisch niemand im Saal davon weiß. Dabei sind die beiden Genossenschaften durch die Entstehungsgeschichte ihrer beiden Siedlungen eng miteinander verbunden. Vor rund 80 Jahren schon hatte die Vertreter der beiden Genossenschaften dieselbe Absicht zusammengeführt: gemeinsam etwas Besseres zu realisieren.

Mehr erfahren unter: Wo Kreise sich schliessen – Ein Rückblick