«inside» Nr. 1 / Mai 2021

Geschäftsstelle / Vorstand

30 Jahre im Vorstand der GBRZ

Ich erinnere mich noch gut an das Hochgefühl, als ich im Mai 1971 den ersten Mietvertrag meines Lebens bei Franz Marti, dem damaligen Präsidenten der GBRZ, unterschrieb.

Von Ruedi Mäder

Ich war gerade 22 Jahre alt und meine Frau lag in der Entbindungsstation im Unispital Zürich. Nachdem sie aus dem Spital entlassen wurde, fuhren wir gemeinsam mit unserem Neugeborenen nach Rümlang, um unsere neue Wohnung an der Tempelhofstrasse 5 in Augenschein zu nehmen. Ein Tisch, zwei Stühle und ein Bett hatte ich mittlerweile schon organisiert. So standen wir mit unserem kleinen Töchterchen in unserer ersten Wohnung und konnten unser Glück kaum fassen. So wie sich die Wohnung mit Gegenständen füllte, füllte sich auch unser Beziehungsnetz in der Siedlung und der Dorfgemeinschaft Rümlang mit wunderbaren Bekanntschaften. Schon bald erzählte ich an einem 6. Dezember als Samichlaus den Kindern unserer Siedlung das Märchen vom St. Nikolaus mit seinem Schmutzli und dem Eselchen und verteilte ihnen die damals schon beliebten Chlaussäcke. Ein andermal half ich mit, den Genossenschaftstag, Kinderausflüge an die Tössegg, eine Dampfschifffahrt auf dem Zürichsee und einen Besuch in die Höllgrotten Baar zu oganisieren. Ausserdem stellte ich so manchen gemeinsamen Grillabend auf die Beine.

Vorstandsausflug an den Rheinfall im Herbst 2003

Vorstandsmitglied der GBRZ

Später wurde ich für einen Beitritt in den Vorstand angefragt. Ich sagte zu und wurde an der GV 1991 in den Vorstand gewählt. Damals war der Vorstand noch anders organisiert. Ich erinnere mich, dass wir als Vorstandsmitglieder Wohnungskontrollen durchführten, um uns vom baulichen Zustand der Wohnungen zu überzeugen. Man muss wissen, dass damals die Bausubstanz eine andere war. Es gab Fenster mit Vorfenstern zum Herausschrauben, Fensterläden, die geölt werden mussten, und vieles mehr. Mit diesen Kontrollen wollten wir einen Einblick gewinnen, ob bauliche Massnahmen zu treffen waren. Die Hausfrauen verstanden dies aber anders. Sie waren nach der Ankündigung der Wohnungskontrollen aufgeregt und nervös, weil sie glaubten, der Vorstand wolle sehen, ob sie Ordnung in der Wohnung hätten. Dieser Irrglaube wurde noch unterstützt, weil unser damaliger Hauswart, Hans Hiltebrand, mit der Taschenlampe in Backöfen leuchtete. Aber auch das lässt sich technisch erklären. Zu dieser Zeit wurden Herd und Backofen mit Stadtgas betrieben. Hans wollte sich lediglich davon überzeugen, dass die Ventile dicht und die Düsen nicht verschmutzt waren. Der Vorstand hatte also nahen Kontakt zu den Mietern, sie begegneten ihm aber auch mit Vorsicht und Respekt, weil er persönlich in die Wohnung kam, um sich umzusehen. Das ist Geschichte, die zu meinem Rückblick gehört.

Engagements in Baukommissionen und Organisationskomitees

Neben den ordentlichen Aufgaben arbeitete ich in verschiedenen Baukommissionen mit. Ich wirkte sowohl für den Ergänzungsneubau in Effretikon, die grosszyklische Sanierung dort als auch in der Siedlung Ostring Regensdorf mit. Ausserdem engagierte ich mich für die Balkonanbauten samt dem Bau der Tiefgarage in Rümlang sowie für die Balkonglasüberdachungen in der Siedlung 7 (Erismannstrasse). Natürlich gab es hin und wieder auch einen Tiefschlag einzustecken. Zum Beispiel setzte ich mich energisch, aber leider vergeblich für Balkonanbauten an der Otto-/Josefstrasse in der Siedlung 4 ein. Dabei kommt mir spontan ein Ausspruch unseres früheren Präsidenten Hansjörg Loosli in den Sinn:

«Was ich am Vorstand so schätze ist, dass trotz hartem Verhandeln der demokratische Entscheid von allen akzeptiert wird. Es werden keine wiederkehrenden, langen Diskussionen geführt.»

Gerne stellte ich mich auch für die Organisation geselliger Anlässe zur Verfügung. Einige Vorstandsausflüge organisierte ich selbst und ich erinnere mich gerne an diese ungezwungenen Anlässe. Beim Organisationskomitee zur 75-Jahrfeier durfte ich ebenfalls mitwirken. Die Feier im Zirkuszelt der Dynastie Stey wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Teilnehmer. Zum 90-jährigen Bestehen der GBRZ wollten wir unserem Nachwuchs eine besondere Freude bereiten. Der Besuch mit den vielen Kindern im Zoo Zürich wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis – strahlende Kinderaugen entschädigten mich vollends für das grosse Engagement.

Mit Rümlang hat es begonnen und mit Rümlang möchte ich gerne den Bogen schliessen

Die Siedlung 13/14 lag mir in meiner gesamten Vorstandstätigkeit immer besonders am Herzen. Als es zu Beratungen kam, die Siedlung zu sanieren oder durch einen Ersatzneubau zu ersetzen, entschied ich mich aufgrund der Fakten für den Ersatzneubau. Die Obermattenstrasse, als Teiler zwischen der Siedlung 13 und 14, kann mit der Neugestaltung aufgehoben werden. Dadurch entsteht eine kompakte Grünfläche ohne Verkehr.

Die Zusammenlegung der Parzellen ermöglicht eine Arealüberbauung mit einem vergrösserten Wohnungsangebot. Durch die Etappierung wird vielen Bewohnern der Umzug in eine Neubauwohnung in ihrer Siedlung geboten.

Dies alles bewog mich dazu, dem Bauvorhaben zuzustimmen. Jetzt liegt es an Ihnen, geschätzte Genossenschafter, den Kredit für den Bau zu gewähren. Ich werde die Aktivitäten der GBRZ mit grossem Interesse weiterverfolgen und wünsche dem heutigen Vorstand, den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle und allen Genossenschafterinnen und Genossenschaftern eine prosperierende Zukunft.